Geschichte des Flughafens Frankfurt: Warum Deutschlands fünftgrößte Stadt ihren größten Flughafen betreibt.
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Frankfurt ist mit rund 778.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Deutschlands. Berlin hat mehr als viermal so viele Einwohner und verfügt über keinen vergleichbaren internationalen Flughafen. Was auch immer die Größe des Frankfurter Flughafens erklären mag, die Einwohnerzahl Frankfurts ist es nicht.
Ein Flughafen, der für etwas gebaut wurde, das nicht mehr existiert
Der am 8. Juli 1936 eröffnete Flughafen war ursprünglich nicht für Flugzeuge geplant. Er hieß Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main, ein Flughafen für Luftschiffe und Flugzeuge, und die Luftschifffahrt war der Hauptgrund für die Investition. Frankfurt wurde Heimathafen für die beiden größten deutschen Starrluftschiffe, LZ 127 Graf Zeppelin und LZ 129 Hindenburg. Das erste Flugzeug, das auf dem neuen Flughafen landete, war eine Junkers Ju 52/3m. Graf Zeppelin traf sechs Tage nach der Eröffnung, am 14. Juli, ein.
Dieses Geschäftsmodell hielt nicht einmal ein Jahr. Die Hindenburg verließ Frankfurt mit Ziel Lakehurst, New Jersey, und brannte bei ihrer Ankunft am 6. Mai 1937 aus. Mit ihr wurde auch der planmäßige Luftschiffverkehr eingestellt. Rhein-Main blieb als großer, flacher, zentral gelegener Flugplatz ohne Luftschiffe zurück.
Das nächste Kapitel war militärischer Natur. Nach dem Krieg übernahmen amerikanische Streitkräfte das Gelände, und Rhein-Main wurde 1948 und 1949 zu einem der wichtigsten Ausgangspunkte der Berliner Luftbrücke. Es blieb jahrzehntelang ein US-Luftwaffenstützpunkt und teilte sich das Gelände mit dem wachsenden zivilen Flughafen, bis in den 2000er Jahren die letzten militärischen Flächen zurückgegeben wurden.
Die sich durchsetzende wirtschaftliche Identität Frankfurts wurzelte eher in der geografischen Lage und den wirtschaftlichen Gegebenheiten als in der früheren Geschichte der Stadt. Frankfurt liegt bei etwa 50° nördlicher Breite und 8,7° östlicher Länge – so nah am bevölkerungsgewichteten Zentrum Europas wie kaum eine andere Großstadt. Lufthansa errichtete dort ihr Hauptdrehkreuz. Die Bundesbank und später die Europäische Zentralbank machten die Stadt zum Zentrum des europäischen Finanzwesens. In den letzten Jahren zählte Frankfurt mit 270 bis 330 Direktverbindungen, je nach Saison und Zählmethode, zu den weltweit führenden Flughäfen.
Wie sich Frankfurt in SkyChart verhält
Die Datenbank von SkyChart mit 533 Städten bewertet Frankfurt mit einem Wirtschaftswert von 95. Nur neun Städte im Spiel erreichen diesen Wert, neben London, New York, Shanghai, Singapur, Hongkong, San Francisco, Dubai und São Paulo. Frankfurts touristische Attraktivität liegt bei 60 und ist damit die niedrigste in der gesamten Spitzengruppe. São Paulo folgt mit 70, während New York, San Francisco und Hongkong jeweils 90 erreichen. Die Kampagne von 1930 startet Frankfurt mit einer Einwohnerzahl von 540.000 – bescheiden im Vergleich zu New Yorks 10 Millionen oder Londons 8,1 Millionen.
Die Daten spiegeln weitgehend die Realität der Stadt wider: Es fließt eine Menge Geld durch einen Ort, den nicht viele Menschen zum Vergnügen besuchen.
Die Geografie ist entscheidend. Berechnet man die Großkreisentfernungen von Frankfurt aus, liegen 90 der übrigen 532 Städte innerhalb von 1.300 km – der Reichweite der Jäger Ju 52 die ab 1931 verfügbar war. Unter den 109 Drehkreuzstädten des Spiels hat nur Zürich eine größere Reichweite (93), wobei Zürich einen Wirtschaftswert von 90 statt 95 aufweist. Mit der Dawson DC-3, die 1936 eine Reichweite von 2.400 km hatte, waren 137 Städte erreichbar. Die Bering 314 Clipper, die 1938 eine Reichweite von 5.900 km hatte, ermöglichte die Anbindung von 248 Städten von diesem einen Flughafen aus.
Die anderen deutschen Städte verdeutlichen den Kontrast. Berlin hat 4,3 Millionen Einwohner, aber einen Wirtschaftswert von 80 und ist kein Wirtschaftszentrum. Düsseldorf hingegen ist ein Wirtschaftszentrum mit einem Wert von 78. München erreicht 88, ohne diesen Status zu besitzen. Frankfurt ist die einzige deutsche Stadt in der Datenbank mit Sichtbarkeitsstufe 0, der höchsten Prestigestufe im Spiel, und eine von weltweit 25 Städten dieser Stufe.
Was das bedeutet, wenn man es tatsächlich spielt
Frankfurt ist keine gute Wahl, wenn man eine Eröffnungskampagne anstrebt, die sich allein durch Freizeitverkehr rechnet. Die Nachfrage nach Geschäftsreisenden ist zwar konstanter, aber in den frühen Phasen pro Sitzplatz geringer, und eine touristische Attraktivität von 60 bedeutet, dass die großen saisonalen Spitzen im Streckennetz anderer Anbieter stattfinden werden. Was die Stadt stattdessen bietet, ist Flexibilität. Neunzig Ziele innerhalb der Reichweite Ju 52 ermöglichen es, einen dichten Kurzstreckenflugplan aufzubauen und gleichzeitig Geld für das erste Langstreckenflugzeug anzusparen. Und wenn die Clipper von 1938 oder die Nachkriegsjets verfügbar sind, besitzt man bereits Slots an einem wichtigen Drehkreuz der Stufe 0 in der Kartenmitte.
Wer Aerobiz gespielt hat, kennt den Unterschied zwischen einer prestigeträchtigen Zentralbasis und einer günstigeren Regionalbasis. Der entscheidende Unterschied liegt im Umfang: Eine Karte mit 533 Städten und 141.778 möglichen Städtepaaren bietet der Zentralbasis deutlich mehr Verbindungsmöglichkeiten als vier Regionalbasen jemals boten.
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